Innsbruck: Wirtschaftsjahr 2023 - Stadt investierte 272 Millionen Euro

vonRedaktion International
APRIL 01, 2025

Foto: M. Freinhofer

Innsbrucks 27 Tochterunternehmen erzielten Umsatz von 843 Millionen Euro

Die Stadt Innsbruck ist nicht nur in der Verwaltung tätig, sondern deckt mit ihren Beteiligungsunternehmen auch viele Facetten des wirtschaftlichen Lebens ab. Aktuell hält sie 27 Beteiligungen in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Bildung, Kultur, Wohnen, Immobilien, Bauwirtschaft, Sport, Veranstaltungen, Wirtschaft und Versorgung sowie Technik.

Jährlich wird von der Magistratsabteilung IV, Finanz-, Wirtschafts- und Beteiligungsverwaltung, ein Beteiligungsbericht erstellt, der einen komprimierten Überblick über die direkten Beteiligungen der Landeshauptstadt Innsbruck an Unternehmen darstellt. Aktuell liegt der Beteiligungsbericht 2024 für das Geschäftsjahr 2023 vor.

„Der Beteiligungsbericht 2024 der Stadt Innsbruck gibt Jahr für Jahr einen kompakten Überblick über das Beteiligungsportfolio der Landeshauptstadt. Darin werden die Leistungen und der wirtschaftliche Erfolg der städtischen Beteiligungsgesellschaften im Geschäftsjahr 2023 als großer Überblick dargestellt“, betont Innsbrucks Bürgermeister und Beteiligungsreferent Ing. Mag. Johannes Anzengruber, BSc und erklärt weiter: „Die Beteiligungsgesellschaften tragen nicht nur Aufgaben der Daseinsvorsorge, sie sind das Rückgrat des städtischen Gemeinwesens. Unsere Töchter entwickeln Innsbruck maßgeblich weiter und sind gerade in konjunkturell schwächeren Zeiten unverzichtbarer Motor für die Regionalwirtschaft.“

Zahlen, Daten Fakten

Basis für das vorliegende Zahlenmaterial sind die Jahresabschlüsse der städtischen Beteiligungen, also die Bilanzen sowie die Gewinn- und Verlustrechnung. Dabei werden die Unternehmensdaten von den Jahren 2020 bis 2023 gegenübergestellt. Zusätzlich ist die Entwicklung von Vermögen, Kapital, Erfolg und Aufwand über die Jahre 2019 bis 2023 grafisch in mehreren Abbildungen dargestellt.

Der Gesamtumsatz im Jahr 2023 lag bei 843 Millionen Euro und damit über dem Niveau des Vorjahres (2022: 698 Millionen Euro). Rund 40 Prozent davon wurden in den Bereichen Immobilien, Wohnen und Bauwirtschaft, 32 Prozent im Bereich Versorger, Technik, 16 Prozent im Bereich Verkehr, 9 Prozent in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Bildung und Kultur sowie 3 Prozent in der Kategorie Sport- und Veranstaltungszentren, Wirtschaft umgesetzt.

Insgesamt konnte 2023 ein leichter Anstieg des Anlagevermögens von 3.902 Millionen Euro auf knapp vier Milliarden Euro beobachtet werden. Die Investitionsquote verzeichnete einen Anstieg um 6,8 Prozent im Jahr 2023 und lag bei 272 Millionen Euro. Der Löwenanteil der Investitionen mit rund 70 Prozent entfällt dabei auf die Bereiche Immobilien, Wohnen und Bauwirtschaft.

In Bezug auf die Darlehensverpflichtungen der Beteiligungsunternehmen kann gesagt werden, dass diese im Jahr 2023 bei sonstigen Darlehen einen leicht abnehmenden Trend aufwiesen und bei 490 Millionen Euro im Vergleich zu 505 Millionen Euro im Jahr 2022 lagen. Insgesamt findet sich der überwiegende Anteil an Darlehensverpflichtungen städtischer Tochterunternehmen – mit rund 98 Prozent – im Bereich Immobilien und Wohnungswesen. Mehr als die Hälfte davon in Form von Wohnbauförderungsdarlehen.

Insgesamt waren 2023 durchschnittlich rund 4.300 Personen in einem Beteiligungsunternehmen der Stadt Innsbruck tätig. Rund 45 Prozent oder 2.004 Arbeitnehmerinnen waren Frauen, 55 Prozent oder 2.312 Arbeitnehmer waren Männer. Auf Ebene der Geschäftsführung in städtischen Beteiligungen stellte sich die Geschlechterverteilung wie folgt dar: 85 Prozent oder 23 Personen waren Männer, 15 Prozent oder vier Personen waren Frauen. Auch bei den Lehrlingen sind männliche Jugendliche mit 57 Prozent häufiger als weibliche in einem Unternehmen mit städtischer Beteiligung beschäftigt. Auf Ebenen der Aufsichtsräte waren im Berichtsjahr 2023 31 Prozent oder 42 Frauen vertreten.

„Der Beteiligungsbericht ist ein wesentliches Instrument und gibt einen guten Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen mit städtischer Beteiligung. Wenn man sich die Zahlen – insbesondere die Umsatzentwicklung und die Entwicklung des Anlagevermögens anschaut – war das Jahr 2023 wieder sehr erfolgreich“, stellt Finanzdirektor Rupprechter zusammenfassend fest.

Investitionen und Leistungen für Stadt und Bevölkerung

Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG), eine 100-prozentige Tochter der Stadt Innsbruck, konnte abermals am Wohnungsmarkt reüssieren. Neben 252 General- und Teilsanierungen vor Wohnungsneubezug konnten Liegenschaften erworben werden wie das Grundstück für die Wohnanlage Tiergartenstraße 60, eine Wohnung in einer von der IIG verwalteten Wohnungseigentümergemeinschaft (An-der-Lan-Straße 29/31) konnte zurückgekauft werden. Durch den Tauschvertag mit der Stadt konnte der Bauplatz für die Neuerrichtung des Studentenheimes in der Karmelitergasse 9 geschaffen werden, wo 173 Studierende Platz finden werden. Insgesamt lag das Bau- und Sanierungsvolumen bei rund 56,3 Millionen Euro. Die IIG vermietet rund 577.000 Quadratmeter Flächen Wohn- und Geschäftsgebäude und stellt 6.264 Wohnungen zur Verfügung. Bei öffentlichen Gebäuden werden rund 376.000 Quadratmeter Flächen vermietet.

Zu 50 Prozent ist die Stadt Innsbruck neben dem Land Tirol bei der Neuen Heimat Tirol beteiligt. Im Jahr 2023 verwaltete die gemeinnützige Partnerin der Stadt mit Stand 31. Dezember 2023 insgesamt rund 16.080 Mietwohnungen und rund 4.560 Eigentumswohnungen. Rund 214 Miet- und 57 Eigentumswohnungen wurden fertiggestellt. Das Bau- und Instandhaltungsvolumen lag bei 134 Millionen Euro.

Die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) ist eine der tragenden Säulen der städtischen kommunalen Beteiligungen: 2023 flossen insgesamt 64 Millionen Euro in Investitionen und Instandhaltungen des kommunalen Versorgungsunternehmens. Die IKB AG leistet in den typischen kommunalen Bereichen Strom, Kanal, Wasserversorgung, Ausbau von Glasfasernetzen und Abfallwirtschaft alle relevanten Ver- und Entsorgungsleistungen für die Stadt.

Eine wichtige Partnerin in Sachen urbaner Infrastruktur stellt die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaital GmbH (IVB) dar. 77,6 Millionen Fahrgäste, 7,2 Millionen Kilometer und 511.000 Stunden geplante und koordinierte Fahrleistungen, über 460.000 Entlehnungen an 48 Standorten beim „Stadtrad“ im Geschäftsjahr 2023 sprechen eine klare Sprache. Um den öffentlichen Verkehr für die Zukunft klimafit zu gestalten, werden schon jetzt die Planungen durch entsprechende Maßnahmen für eine nachhaltige Beschaffung der neuen E-Busflotte für eine klimafreundliche Mobilität – eine enorme Herausforderung in finanzieller Sicht für die Stadt und die IVB – gestellt.

Die Tiroler Flughafenbetriebs GmbH, an der die Stadt mit 24,5 Prozent beteiligt ist, konnte 2023 nach den herausfordernden Pandemiejahren wieder zulegen. Vor allem die Zahl der Privatreisen ist stark gestiegen, demgegenüber erholte sich Geschäftsreiseverkehr nur sehr langsam von den coronabedingten Einbrüchen. Insgesamt wurden im Jahr 2023 am Flughafen Innsbruck 906.655 Passagiere abgefertigt. Das entsprach einem Zuwachs von rund 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr, trotzdem lagen damit die Zahlen immer noch rund 20 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau aus dem Jahr 2019.

Weiterführende Informationen

Der gesamte Bericht zum Nachlesen findet sich online unter www.innsbruck.gv.at/beteiligungsbericht


Quelle: Stadt Innsbruck

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