Innsbruck vor 100 Jahren

vonRedaktion International
MÄRZ 31, 2025

Aus dem Stadtarchiv von Angelika Kollmann-Rozin

3. April
Betrügerischer Spitalspflegling.
In den letzten Monaten hat ein 33jähriger Schmied aus Wien die Spitäler des Unterinntales als Patient aufgesucht; er war zuletzt im öffentlichen Krankenhause in Innsbruck in ärztlicher Behandlung. Dieser Patient verstand es, das Vertrauen eines Arztes und eines Spitalspfleglings zu erwerben, mißbrauchte es aber, indem er dem Arzte ein Fahrrad sowie 20 Schillinge unter der Vorspiegelung herauslockte, das Fahrrad einer Reparatur unterziehen zu lassen. Dem Spitalspflegling entlockte der Schmied einen kompletten Anzug sowie ein Paar Schnürschuhe. Der Betrüger hat das Fahrrad nicht zur Reparatur gegeben, sondern in Innsbruck bei einer Privatpartei versetzt und ist dan[n] aus Innsbruck geflüchtet. Der Betrüger konnte von der Gendarmerie in Schwaz ein[e] Stunde nach der erfolgten Anzeige verhaftet werden. Das Fahrrad wurde in Innsbruck ermittelt.

6. April
Gut abgelaufen.
Es wird uns berichtet: Samstag, den 4. April, nachmittags, wollte ein Reichswehrmann der Garnison Innsbruck ein Sonnenbad nehmen und suchte sich zu diesem Zwecke die Roßfalle unterhalb der Höttingeralm aus. Kaum war er mit allen Vorbereitungen fertig, brauste eine mächtige Schneelawine hernieder, die sowohl ihn als auch seine abgelegten Kleidungsstücke erfaßte und mit in den Abgrund riß. Glücklicherweise wurde der Mann von der Lawine in eine geschützte Stelle geschleudert, während seine Kleidungsstücke, mit Ausnahme der Hose, die er noch erfassen konnte, in der Lawine vergraben wurden. Mit mehreren Verletzungen an Händen und Füßen konnte sich der Mann nach Hötting schleppen.

Quelle: Stadt Innsbruck

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